September 01, 2008

Neues Bild


Habe ein weiteres Bild von Johann Heinrich Füssli eingescannt. Auf diesem Bild sehen wir nochmal die vierte Eidgenossin. Dieses Bild heisst: "Einer von den vier Eidgenossen mit einer Eidgenossin nach dem Schwur auf dem Rütli". (1798). Eindeutig ist auf diesem Bild zu sehen, dass es dieselbe Frau ist, wie auf dem Bild "Die vier Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli". Es nicht ganz klar, welcher der drei Männer auf dem Pferd sitzt.

Hilfreich ist hierzu wieder eine Szene aus Schillers Drama "Wilhelm Tell", alternative Fassung II.b:

Eine abgelegene, wilde Waldgegend, Bäche stürzen aus den Felsen. Johanna im Jagdkleid. Gleich darauf kommt ein Unbekannter hinzu.
Der Unbekannte: Fräulein, jetzt endlich find ich Euch allein, Abgründe schliessen rings umher uns ein, In dieser Wildnis fürcht ich keine Zeugen, Vom Herzen wälz ich dieses lange Schweigen -
Johanna: Seid ihr gewiss, dass uns niemand ist gefolgt?
Der Unbekannte: Nein, nein die anderen sind dort hinaus - Jetzt oder nie! Ich muss den teuren Augenblick ergreifen - 
Entschieden sehen muss ich mein Geschick, Und sollt es mich auf ewig von Euch scheiden. Nichts hab ich als mein Herz voll Treu und Liebe.
Johanna streng: Dürft Ihr von Liebe reden und von Treue?

Im Verlauf der Szene erfährt man, dass der Unbekannte ein Österreicher ist und sich in Johann verliebt hat und ihr deshalb die Taktik seines Fürsten bekannt gibt. Johanna beruhigt den Unbekannten und sagt ihm, es sei richtig, dass er ihr alles erzählt habe.

Johanna: Dem guten Menschen liegt nichts näher als die Seinen! Gibt's schönre Pflichten für ein edles Herz, Als ein Verteidiger der Unschuld sein? Nein!

Johanna zieht sich darauf zurück, lässt den Unbekannten stehen und wird in einem Versteck von Walter Fürst abgeholt. Sofort erzählt sie ihm, was der verliebte Unbekannte berichtet hat und sie reiten zusammen zurück zu ihren Verbündeten.

7 Kommentare:

sofia hat gesagt…

hallo robert
ich war auch krank. allerdings mehr husten und fieber als das, mit dem du dich abquälst. tönt ja ziemlich mies und ich hoffe, es geht dir wieder besser. hab mir noch ein paar gedanken zu deinem neuen bild gemacht. schau mal auf meinem blog rein: http://sofiaweiss.wordpress.com/. ich schreib in letzter zeit nur noch von deinen theorien und hoffe mal, dass da auch was dran ist!
lieber gruss, sofia

vreni hat gesagt…

hallo robert, sag einmal, woher hast du eigentlich diese alternativ-fassungen von schiller? ich bin ein grosser fan von schiller und hab diesen text noch nie gesehen. heut morgen hab ich das bild, das du am 1.9. veröffentlicht hast, im 20 minuten gesehen. die schweizer geschichte scheint die gemüter zu bewegen.

herrmann hat gesagt…

herr hemmiger, was fällt ihnen ein, unsere schöne schweizer geschichte so durch den dreck zu ziehen! tell ersetzten sie mit einer prostituierten, die plötzlich auch zum kreise der eidgenossen beim rütlischwur gehören soll. hören sie auf mit ihren fieberträumen und suchen sie sich ein sinnvolleres hobby!

Robert A. Hemmiger hat gesagt…

Liebe Vreni
Die Schillerfassung habe ich aus: Bernecker, Elsa: Das Selbstbild der Eidgenossenschaft in Schillers Spiel "Wilhelm Tell", Zürich, 2003. Hochschulschrift Lic. phil. I Univ. Zürich, 2003.

Robert A. Hemmiger hat gesagt…

Lieber Herrmann
Danke für Ihren Kommentar. Es erstaunt mich doch etwas, dass für Sie eine Frau, die ihren Charm einsetzt, um an wichtige Informationen zu gelangen eine Prostituierte sein soll.

Alexander hat gesagt…

Also ich bin immer noch der Meinung, den Rütlischwur haben Ausserirdische geschworen, die die Menschen damals versklavt haben....
Meine Güte, dass das die Leute heutzutage noch interessiert, wo wir doch ganz andere Probleme haben...

Aber der Einwand ist nicht ganz unberechtigt - Frauen sind oft unerwünscht in Männerdominierenden Erzählungen, was eigendlich eine Sauerei ist, denn Frauen waren SEHR oft führende Kräfte bei grossen Umwälzungen.
Ohne die Frauen im Hintergrund hätten Männer gleich einpacken können....

Herrmann hat gesagt…

Ok, vielleicht ist da was dran. Ich hab einfach mühe,von der tellgeschichte loszulassen. Sie hat meine kindheit geprägt. Aber ich wollte nicht den frauen schlecht. Entschuldigung